In Betzingen von der
Fa. Wilhelm Heim hergestelltes Höhenleitwerk einer V1-Flugbombe aus
Eisenblech. (205x60x15 cm). Obwohl an der Produktion von Massenvernichtungswaffen
unmittelbar beteiligt, firmierte man offiziell unter der harmlosen Bezeichnung
" Wilhelm Heim - Eisen- und Holzwerke". Die Firma produzierte fast ausschließlich
mit Fremdarbeitern und unter größtmöglichster Geheimhaltung,
so dass nur sehr wenige Betzinger Einwohner wussten, was tatsächlich
in den Fabrikationshallen hergestellt wurde.

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Als im August 1943
die Produktion der "Vergeltungswaffe" V1 beginnen sollte, wurde gleichzeitig
mit den VW-Werken ein Unternehmen aus Betzingen als Zulieferfirma für
den Bau der Flugbombe beauftragt. Die Esslinger Firma Wilhelm Heim, die
seit 1938 in einem Shedbau der früheren Strumpffabrik Schickhardt
Spinde für die Wehrmacht produzierte, übernahm 1943 die Herstellung
der Tragflächen und der Höhenleitwerke für die Fieseler
Fi 103.

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Ab Sommer
1944 wurden die in Betzingen produzierten Höhenleitwerke in das berüchtigte
KZ Dora-Mittelbau bei Nordhausen (ein Außenlager vom KZ Buchenwald)
geschafft, weil sich dort unterirdische Produktionsstätten für
V1 und V2 Raketen befanden.
Link anklicken um
mehr über das KZ Dora-Mittelbau zu erfahren
http://www.dora.de |
Insgesamt wurden
1944/45 mehr als 30000 Flugbomben vom Typ V1 produziert. Wie groß
der Anteil der von Heim gefertigten Tragflächen und Höhenleitwerke
dabei war, ist nicht bekannt. Wegen der großen Zahl der Beschäftigten
(ca. 500) ist jedoch anzunehmen, dass der Großteil der V1 Tragflächen
in Betzingen produziert worden ist. Ich selbst habe bislang auch noch keine
Informationen über eventuelle weitere Standorte der V1 Tragflächenproduktion
erhalten können. |
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Alte Bewohner Betzingens
erinnern sich zudem daran, dass in den letzten Kriegsjahren die mit Tragflächen
und Leitwerken beladenen Waggons der Eisenbahn zum alltäglichen Bild
des Betzinger Bahnhofs gehörten. Bei Kriegsende lagerten auf dem Gelände
der Fa. Heim noch riesige Mengen von solchen Tragflächen, von denen
ein Großteil an die Firma Braun&Kemmler ging (BEKA), die das
Zeug zur Herstellung von Herden und Kochtöpfen verwendete. Auch Privatleute
holten die Überreste der V1 Produktion gleich "schubkarrenweise" ab,
z.B. um Gartenlauben oder Hasenställe abzudecken.
Die links abgebildete
Tragfläche einer V1 Rakete lagerte beispielsweise 50 Jahre lang in
einer Scheune in Ohmenhausen, im unteren Bereich der Tragfläche wurden
2 größere Stücke herausgeschnitten und zum Flicken eines
kaputten Kessels benutzt. |
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Reste der ehemaligen
Verladestation am Betzinger Bahnhof. Von dieser Rampe aus wurden die
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in Betzingen produzierten
V1 Flügel nach Dora Mittelbau gebracht |
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Blick in die Tragflächenproduktion
um 1944. Für diese Herstellung wurden von der "Fa. Heim Eisen- u.
Holzwarenfabrik" ca. 500 Zwangsarbeiter eingesetzt.
Trotz der der sicher
nicht immer guten Qualität der Heim-Produkte, der vielen technischen
Pannen, der geringen Trefferquote und trotz der leichten Einholbarkeit
durch Abfangjäger war das Zerstörungswerk der V1 groß:
In England und Belgien
wurden durch diese Fernwaffen über 15000 Menschen getötet. Hinzu
kommt jedoch noch, dass im KZ Dora-Mittelbau 20000 von 60000 Häftlingen
durch Arbeit vernichtet wurden.........
Damit hält die
V1 einen makabren Rekord: Es ist wohl die einzige Waffe weltweit, deren
Herstellung mehr Menschenleben forderte als ihre spätere Anwendung
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