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(Der Heusel-Rein wird in diesem Script "Glitzer-Ul" genannt, wohl in Anlehnung an "Eulenspiegel") I hoiß ehn de schwäbische Eulespiegel, weil er viel bosget hot, was sei mittelalterlichs Vorbild genau so hätt’ mache könne. Oimol aber hot er sich täuscht. Der aus em Braunschweigerische hot sich domols noh noch dr Verurteilung en Lübeck vom Galge rette könne, der aus em Schwäbische aber ist ohne a Gerichtsverhandlung grausam ombrocht worde – ond des net em Mittelalter. Doch des kommt erst am Schluss. Seine Mondwenkel
send vo me gstutzte Oberlippebart vrdeckt gwea. Wer hätt’ au deekt,
dass er so schreie ka?! Wege dene tiefe Falte über dr Nas hot mr vrmute
könne, dass er viel grüblet ond leidet. Andererseits hent aber
seine glitzige Mausäugle ond seine Fledermausaohre wisse lao, dass
dem nix nauskommt.
Zo sellre Zeit send d’Lokomotive scho über 20 Johr lang regelmäßig mit ihre Wäge am elterliche Haus vorbeipolteret. Tag ond Nacht hot des Häusle ämol wieder zitteret, sobald d’Züg vorbeigfahre send, ond dorom hot er au koi guts Vrhältnis zor Bah ghet. ![]() S’ist ehm aber nie eigfalle, dass er sich beschwere wött. So ist er erzoge worde. Drhoim bei 're Herd arme Taglöhnerkender hot’s ghoiße:“Gosch halte ond pariere!“ Des hot er no scho könne, mo er en d’Schul komme ist. Trotzdem hot er net
„Hier!“ gschrie, mo dr Name Ulrich Glitzer ufgrufe worde ist. Wie
se ehn no gfrogt hent, ob er net do sei, hot er gmoint, des sei er net.
Wer no er sei, hot dr Lehrer wisse wölle. „Dr Glitzer Uhl.“ – Anders
hot mr ehn außer Haus bis do na nie ghoißa ghet ond au später
ist er meistens bloß dr Glitzer-Uhl gwea.
„Ja Glitzer-Ul, mo
kommst du denn her?“ hot ehn onterwegs oiner gfrogt, mo gseah hot, dass
er vo Degerschlacht komme ist. „Direkt vo Ohmahause“, sait dr Ul, ond dr
ander lacht vrlege, weil ehm ufgange ist, dass mr so domm net froge sott.
„I zahl dr a Mark
drfür.“
![]() Z’Degerschlacht macht
er so a Gschrei, dass dr Schütz ehn glei zom Flecka nausweise will..
Er könn nemme hoim. Seine Füß trage ehn nemme, klagt dr
Glitzer-Ul ond schreit weiter.
Wie er ehm beim Galgeberg
begegnet, fragt ehn oiner:
„Für den isch
Zeit, dass er zom Militär kommt“, hot mr jetzt höre könne,
„do werdet ehm d’Flause zom Kopf naustriebe!“ Domols ist no Sitte gwea,
dass mr bei Vrwandte ond Bekannte vrbeiguckt hot, eh mr gmustret worde
ist. Do drbei hot mr no a paa rPfennig kriegt. Dr Glitzer-Ul hot deekt:
”Je meh Bekannte, desto meh Geld” ond hot an Haufe Bsuach gmacht.
„Ja Glitzer-Ul“,
wondret sich d’Leut, „wie host denn dees zahle könne?“
Des hot ehn schao
gwonderet, dass d’Rekrute so em Dreck romgjagt werdet, dass se aussehet
wie d’Sau, ond nochher sollet se s’ganz Häs wieder blitzblank poliere
ond bürste. Für dr Ul ist dr Wafferock koi Staatsrock worde.
Mit dr Uniform hot er dr Fußbode ufgwischt ond mit dr Schuhwichse
de glitzige Knöpf putzt. Ist ehm no zeigt worde, wie mr’s richtig
macht ond hot er zur Strof no au noh em Onteroffizier sei Sach putze
dürfe, no hot er zom Abschluss en dem sei Säbelschoid neigschifft.
Mr hot au koin Glitzer-Ul brauche könne, mo dr General zor Inspektsjo komme ist. Gschniegelt ond bügelt stoht d’Kompanie uf’m Kasernehof, henteranander ond nebenander, grad wie am Schnürle, wenn d’Angersche gsetzt werdet. Koin Laut hairt mr, net amol an Schnaufer, bloß d’Schritt vom Genral, der die vo de andre Offizier vrschluckt hot, weil se sich ganz ehm a’passt hent. Aber Straoh, - Straoh, - leers Straoh purzlet, fällt, flattret vor, über, henter ehne, ond wie se nufgucket, lueget älle de Glitzer Ul, wie er an alte ufgschlitzte Straohsack ausschüttlet.
Wie’s Donderwetter
sauet a paar Vorgsetzte d’Stiege nuf ond stauchet den Glitzer-Ul zamme
mit älle Flüch ond Schempfwörter, mo se in ihrer ganze bisherige
Laufbah gsammelt ghet hent. Dr Ul aber wartet, bis er gfrogt wird, was
ehm eigentlich eifall. Ganz treuherzig moint er: „I hau deekt, de graoße
Viecher ghairt au gstreut.“
Dr Mutter hot er
et viel gholfa, aber noch ma Gschäft hot er sich guckt, ond in dr
Weberei hot er ois gfinde. Doch au dr Ul ist net als Moister vom Hemmel
gfalle. Oin Webfehler noch em andre macht er ens Tuch.
S’ist lang gange,
bis er donoch wieder a feste Astellung gfonde hot. Solang hot er sich halt
mit Gelegenheitsgschäftle beholfe.
Schließlich
ist er no doch wieder eigstellt worde, en 're Gärtnerei. Bald merkt
dr Ul, wie mr do schwitze, schloife ond sich bucka muass. Ond nochher isch’s
erst no net gut gnug.
Noch 3 Tag ist er schao wieder entlasse worde, aber s’hot ehm nix ausgmacht. Dr Glitzer-Ul hot nämlich inzwische gmerkt, dass zwoierlei Arte vo Gschäft geit, sottiche, mo oim net gfallet ond mo oim s’Kreiz ond älle Glieder waih dont ond sottiche, mo oim gfallet ond mo mr sogar no Onterhaltung drbei hot. „Handle, was ontern Fengernagel goht, ist besser als zwoi Händ voll gschafft“, ist sei Wahlspruch worde. Bald hot mr ehn mit seim Rucksack bloß no onterwegs a’troffe. Mit Kappe, Hüt, Kloider, Uhre, Messer ond ällem Mögliche hot er gfuggret. Hot oiner mol wieder ebbes gsuacht, no hot’s ghoiße: „Des ka bloß dr Glitzer-Ul hao!“ Uf dr Polizeiwach ist er deswegen auch ab ond zu erschiene, ohne dass ehm oiner hett ebbes nochweise könne.
„En mei Tasch langt
mr koiner nei!“ hot er gwarnt ond sei Hosatasch zuaghalte. „Jetzt lass
de halt gschwend durchsuche“, hent die Poliziste gmoint. Om so hartnäckiger
dr Ul: „En mei Tasch langt mr koiner nei!“
En dr Stadt hot’s
vrschiedene reiche Leut gebe. Sottiche, mo uf ihr’n Reichtom nufgsesse
send ond sottiche, mo wölle hent, dass er schnell meh wurd. Deswege
hent se om Geld gspielt.
Amol fährt uf em Bahhof grad dr Zug rei. En dem seim Luftzug loßt dr Ul a paar Zeh-Markschei durch d’Gegend flattere ond schreit: „Do, ihr arme Schlucker, hebets uf, ihr hent jo doch koi Geld!“ Natürlich hot sich koiner getraut, onter de Zug z’sprenget, ond bis se’s bei dr Bah gmerkt hent, ist dr Ul scho längst vrschwonda gwea.
Meistens aber ist
er lieber gloffe als gfahre, über d’Betzinger Au en Wannweiler Gries,
nebe dr Eisebah her. Ist no dr Zug komme, ist er gschwend zemmegfahre ond
hot mit de Händ gfuchtelt. Em Zug hent se gsait: „Do gucket, dr Glitzer-Ul
macht seine Faxe!“ ond zo ehm nausgwonke.
Do hot sei Schwoger,
dr Hase-Franz, bei seine Onternehmunge uf dr andre Seit vo dr Bahlinie
scho meh Erfolg ghet, wenn er uf dr Karlshöhe oder am Bollrain Hase
gfange hot. Schließlich send ehm d’Poliziste doch uf d’Schliche komme.
Uf dr Wilhelmstroß
z’Reutleng ist scho emmer ebbes los gwea. Dr Glitzer-Ul hot des gwisst
ond deekt: „Wenn i scho de Zug net zom Omgheia breng, no will i wenigstens
dort ebbes a’stelle.“
Wie seine andre Streich
ist au der schnell weitervrzählt worde, ond dr Pfarrer Käppele
hot gmoint, jetzt sei’s höchste Zeit, dass er ehm amol ins Gwisse
red. Weil er aber a Moralist ond koi Seelsorger gwea ist, hot er ehn folgendermaße
a’gsproche: „Glitzer-Ul, wenn Ihr so weitermachet, kommet Ihr zuunterst
in die Hölle, und was saget Ihr dann?“
Em Grond hent boide vo dr Höll koi Ahnung ghet, obwohl domols schao s' Muetes Heer durch d’Gegend zoge ist ond se z’Reutleng uf dr Rennwies a riesigs Zelt ugschlage hent. Stramme Kerle ond Veterane aus em Siebzger Krieg mit Vollbärt seie dogstande, ond mo dr Muetes reikomme sei, seiet se uf d’Schranne gstiege ond häbe donderschlächtig „Heil!“ gschrie, so dass a Schrann broche ond a baar naghaglet seiet. Dr Muetes sei aber bloß mir erhobner Ha’d vorbeigloffe ond häb glächlet. Koiner hot ebbes von 're Höll gmerkt. – Dr Teufel ist a Eichhörnle. Em gleiche Johr ist
em Ul sei Mutter gstorbe. Er ist net zur Beerdigung gange. Drhoim hot er
gheult. Dr Daod hot so wenig in seine Vorstellunge passt wie d’Höll.
Scho domols, mo sei Vatter gstorbe ist, hent se ehn gfrogt: „Glitzer-Ul,
worom bist du deim Vatter et zor Leich gange?“ ond zor Antwort kriegt:
„Der goht jo mir au et!“
Wie no fast älle
beim Grüeße d’Ha’d nufdo hent, hot dr Glitzer-Ul d’Faust nufghalta
ond gschrie: „Das ist mein Fiehrer!“ Ond weil er’s wiederholt hot, hot
ehn au bald oiner am Schlawittich ghebt. Dr Ul macht sich nix draus. „Das
ist mein Fiehrer!“ schreit er, wenn au nemme so laut. Uf dr Polizeiwach
werdet se no zudrenglicher ond drom macht dr Ul d’Ha’d uf, legt a Vier-Pfennig-Stück
uf de Tisch ond sait: „Glaubet’r jetzt, dass des mei Vierer ist?“ Zom Eisperre
hot des no net glanget, aber zom Notiere. Hot dr Glitzer-Ul net au schao
mit Pistole ghandlet? Vielleicht ka mr ehm do draus an Strick drehe.
So ist er vor Gricht glade worde. Uf em Tisch lieget vrschiedene Waffe.
Dr Ul soll sich’s agucke ond ebbes drzua sage.
Dr Krieg ist no koine
10 Monet alt gwea, no ist scho d’Sterbeurkund komme:
„Sell ist sicher,
Herr,
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