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dem gesamten Dorf thront - einer Schlossanlage nicht unähnlich - der
Altenhof, ein mehrgeschossiges Gebäude mit barockem Giebel. Es besitzt
ein Säulenportal und wird von zwei geschwungenen Durchgängen
flankiert. Diesen schließen sich auf beiden Seiten kleine Reihenhäuser
an. Im Altenhof wohnten früher die aus dem Erwerbsleben ausgeschiedenen
Ehepaare, während die Reihenhäuser links und rechts des Altenhofes
den ledigen oder verwitweten Arbeitnehmern zur Verfügung standen. |
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Von 1903 bis 1923
entstand zwischen Betzingen und Reutlingen die Arbeitersiedlung Gmindersdorf.
Um
dem Mangel an Arbeitskräften zu begegnen, beauftragte der Textilfabrikant
Louis Gminder den renommierten Architekten Theodor Fischer mit dem Bau
einer ganzen Siedlung, in der die angeworbenen Arbeiter mit ihren Familien
leben sollten. Mit dem Gmindersdorf schuf Fischer ein hervorragendes Exempel
frühen sozialen Wohnungsbaus auf einer 10 ha großen Fläche
mit 48 zumeist zweigeschossigen Doppelhäusern, die mannigfaltige Dachformen
und Fassaden zeigen.Und dies in einer Zeit, da Industriearbeiter meist
in öden Mietskasernen leben mussten.

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| So
gab und gibt es neben den reinen Wohngebäuden, die meist eine äußerst
bemerkenswerte Architektur aufweisen auch eine Vielzahl infrastruktureller
Einrichtungen, z.B. einen Kinderhort, einen Kaufladen, einen kleinen
Marktplatz, ein Altenheim, eine Turn- und Festhalle und eine Gastwirtschaft.
Die meisten dieser Gebäude werden auch heute noch in der ursprünglich
vorgesehenen Funktion genutzt. |
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Das
außerordentlich geschlossene Ensemble des Gmindersdorf ist nicht
nur in städtebaulicher sondern auch in sozialer Hinsicht ein in Deutschland
viel beachtetes und mustergültiges Beispiel für eine soziale
Arbeiterwohnsiedlung geworden, in seiner Physiognomie und Funktion durchaus
mit der berühmten Augsburger Fuggerei vergleichbar. |
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| Die
Reihenhäuser links und rechts des Altenhofs waren früher den
ledigen oder verwitweten Arbeitern vorbehalten |
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